Naturraum Hellwege

So schön wie der Name des Dorfes ist seine Landschaft.

Und das Schöne an dieser Landschaft ist ihre Vielfalt: Da fließt die Wümme durch eine weite Wiesen-Niederung, deren Stille und Ruhe auf einem Wanderweg am Nordufer des Flusses im Schatten der Weiden so recht zu genießen ist.

 

Südlich des Dorfes steigt das Gelände leicht an zum  Hellweger Holz, wo in alten Buchenstämmen Schwarzspecht, Buntspecht,  Grünspecht und Kleiber ihr Zuhause haben.

Wer sich die Zeit nimmt zu lauschen, wird das dumpfe Rufen der heimlichen Hohltauben hören, die wie auch die muntere Schar der Dohlen als Nachmieter die alten Schwarzspechthöhlen zu schätzen wissen.

 

Am Rande des Waldes, rechts vom Verdener Weg, liegt das Feld mit dem Flurnamen „Dat Ole Dörp“. Hier hat bis zum zwölften Jahrhundert „Das alte Dorf“ gelegen. 

 

Wo der Verdener Weg weiter im Süden den Rehnengraben kreuzt, beginnt auf der rechten Seite der Haberloher Busch, der Hellweger Bickbeerwald.  Links des Weges – der Wünsch! Ein weit offenes Moorgebiet, das vom südlichen Rand mit Bentgras und Besenheide leicht abfällt zur Glockenheide, Krähenbeere und zum Gagelgebüsch  in der Senke am Graben.

 

Wer Geduld mitbringt und die Zeit vergessen kann, wird in dieser Landschaft Schätze finden! Hier gibt es naturkundliche Raritäten der Vogel- und Pflanzenwelt zu entdecken:  Schwarzkehlchen, Braunkehlchen und Wiesen-pieper huschen über niedriges Gesträuch, der Neuntöter hockt still im „Post“, dem Gagelgebüsch (Postmoor, Posthausen!), weiter oben im Breitenfelder-Moor kann, wer Glück hat, in einer Birke das Weiß des Großen Würgers leuchten sehen, und das „Koraak!“ des Kolkraben tönt über die Weite.

 

Wo sich im hohen Pfeifengras (plattdeutsch Bent) der blaue Lungen-Enzian und in seiner Nachbarschaft der Beinbrech, die strahlend gelbe Moorlilie verstecken, das darf ein Geheimnis von Naturfreunden bleiben, die auch am Wegrand die winzigen Blüten vom Augentrost finden.

 

Die Hellweger Landschaften sind in ihrer Vielfalt einzigartig.

 

Diese kommunal, privatwirtschaftlich und ehrenamtlich zu erhalten, wie bisher zu pflegen und mit Wanderwegen so zu verbinden, dass ihre Lebewelten bewundert, aber nicht beschädigt oder zerstört werden können, stellt hier - wie auch anderenorts - eine Herausforderung für die Zukunft dar.

 

Hein Benjes / Juli 2017